16. – 22. Juni 2019:

Wir sind Gedächtnis 
Wie Erinnerungen bestimmen, wer wir sind

 
Erinnerungen sind nicht nur eine Anhäufung von Wissen und Einzelheiten unserer Autobiographie, sondern der Stoff, aus dem unsere Identität gemacht ist. Anders gesagt: Wir Menschen sind unser Gedächtnis – und unser Gedächtnis sind wir
— Martin Korte
© DVA

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Liebe Denkerin, lieber Denker,

wer auf der Suche nach Inspiration und Erholung ist und der Kunst des gelingenden Lebens auf die Spur kommen möchte, der ist im Château d’Orion, dem Gäste- und Kulturhaus am Fuße der Pyrenäen, genau richtig. Wo könnte man besser über Wesentliches nachdenken als unter der alten Platane mit Blick auf Wiesen, Weiden und Wälder oder vereint um das prasselnde Lagerfeuer?

 

Im Mittelpunkt der Denkwoche steht die Frage, inwieweit Gedächtnisprozesse in unserem Gehirn bestimmen, wer wir als Personen sind und inwieweit diese Vorgänge auch Gesellschaften und Kulturen prägen. Im Verlauf der Woche regt Prof. Dr. Martin Korte zum tiefen Nachdenken über den Umgang mit unserem Gedächtnis an und gibt Impulse für eine kreative Lebensführung, gesundes Altern und effektives Lernen. Zu den Themengebieten Gedächtnis, Erinnerung und Vergessen werden Experimente aus den Neurowissenschaften besprochen und erklärt, wobei diese auch immer mit sozialen und literarischen Bezügen in Verbindung gebracht werden.

„Wir sind die Summe unserer Erfahrungen“, stellte schon der Schriftsteller und Philosoph Prentice Mulford Ende des 19. Jahrhunderts fest. Heute ist wissenschaftlich erwiesen: Jede Entscheidung, die wir auf unserem Lebensweg treffen, wird beeinflusst von Erfahrungen, die zum Großteil jedoch im Unterbewusstsein liegen. Das intuitive Handeln überwiegt gegenüber dem rationalen Handeln. Wie lernfähig also ist der Mensch und wie lernfähig können Gesellschaften sein?

Mit dieser Frage einhergehend wird auch das Verhältnis von Autonomie und Determinismus erörtert. Die neurowissenschaftliche Gedächtnisforschung liefert ganz entscheidende Argumente für die Debatte, wie „frei“ der Mensch ist und was uns als Menschen ausmacht – ganz im Sinne einer „Ecce Homo?“-Frage. Aber nicht nur das Erinnern, auch das Vergessen bedingt unsere Gedanken und unser Verhalten. Gerade bei der Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS) und in Bezug auf molekulare „Gedächtnisdiebe“, die zu neurodegenerativen Erkrankungen des Gehirns führen können, wie z.B. der Alzheimer Erkrankung, wird dies deutlich.

 
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der Referent

Prof. Dr. Martin Korte, geboren 1964, Professor für Neurobiologie an der TU Braunschweig und war 2010-2012 Vizepräsident der TU Braunschweig. Nach seinem Biologiestudium arbeitete er für viele Jahre an den Max-Planck-Instituten für Hirnforschung (Frankfurt) und Neurobiologie (München-Martinsried) und habilitierte 2001 an der LMU München. Martin Korte erforscht die zellulären Grundlagen von Lernen und Gedächtnis, ebenso wie die Vorgänge des Vergessens. Er ist einer der meistzitierten und ausgewiesensten deutschen zellulären Neurobiologen in Deutschland und ist bekannt durch eine Reihe von Fernsehauftritten. Prof. Korte ist u.a. für diese Tätigkeiten des „Public Unterstanding of Science“ mit dem „Karl Heinz Beckhurtz Preis“ ausgezeichnet worden. Er ist darüber hinaus Mitglied der exklusiven EDAB, die sich für die öffentliche Vermittlung der Neurowissenschaften in Europa einsetzt. 2015 erhielt er für seine innovative Lehre den Fakultätenpreis des Stifterverbandes der deutschen Wissenschaft. Zu seinen Veröffentlichungen zählen u.a. die Bücher „Wir sind Gedächtnis: Wie Erinnerungen bestimmen wer wir sind“(2017) und „Jung im Kopf: Neueste Einsichten der Gehirnforschung in das Älterwerden“(2014).

 

preis

1.890€ im Einzelzimmer / 1.680€ p.P. im Doppelzimmer

inkl. Vollpension und aller nicht-alkoholischen Getränke, Seminargebühr sowie 6 Übernachtungen im Château d‘Orion, Frankreich. 

Alle Preise inkl. Mehrwertsteuer.

Für Ihr Wohlbefinden fühlt sich die gesamte Équipe d’Orion zuständig. Sprechen Sie uns gerne schon vor Ihrer Buchung an!

 

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