27. Juni - 3. Juli 2027:

Das Ich und die anderen vier Beispiele autobiografischen Schreibens.

Eine Lesereise mit Rainer Moritz

„Nicht was wir gelebt haben, ist das Leben, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen“
— Gabriel García Márquez

© Rainer Moritz

Seit einiger Zeit wird die europäische Literatur von einer Welle der »Autofiktion« erfasst. Als federführend erweist sich dabei, was französische Autorinnen und Autoren – allen voran die Nobelpreisträgerin Annie Ernaux – veröffentlichen. Was bedeutet es, sich selbst schreibend zu erkunden, zu »erfinden«? Diese Frage freilich ist viel älter als die aktuelle autofiktionale Mode. Und so widmet sich die Lesereise vier repräsentativen autobiografischen Texten des 20. und 21. Jahrhunderts und deren grundverschiedenen Herangehensweisen.

Jean-Paul Sartre, Thomas Bernhard, Karl Ove Knausgård und Camille Laurens stehen im Mittelpunkt der Denkwoche – und damit das Nachsinnen darüber, welche Probleme darin liegen, sich selbst zum Gegenstand zu machen. Steckt dahinter bloße Nabelschau, ein narzisstischer Akt, oder geht es darum, sich selbst in Beziehung zur Gesellschaft und zu anderen Menschen zu setzen, seinen Abgründen auf die Spur zu kommen? Das wollen wir gemeinsam erörtern, in genauer Analyse und im offenen Gespräch.

 

textgrundlagen

Die Leserwoche basiert auf diesen Ausgaben:

Jean-Paul Sartre, »Die Wörter« (Rowohlt; Übers.: Hans Mayer)

Thomas Bernhard, »Die Ursache« (Residenz/dtv)

Karl Ove Knausgård, »Sterben« (Luchterhand/btb; Übers.: Paul Berf)

Camille Laurens, »Es ist ein Mädchen« (dtv; Übers.: Lis Künzli).

Die Kenntnis der Bücher wird vorausgesetzt.

 

der referent

Prof. Dr. Rainer Moritz studierte Germanistik, Philosophie und Romanistik. Von 2005 bis 2025 leitete er das Literaturhaus Hamburg. Er ist Vize-Präsident der Marcel Proust Gesellschaft, schreibt Literaturkritiken unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung, die Frankfurter Allgemeine, den MDR und den Deutschlandfunk, glossiert jeden Freitag das Weltgeschehen auf Bremen 2, übersetzt (zum Beispiel Gaston Leroux, Françoise Sagan und Georges Simenon) und veröffentlichte zahlreiche Bücher – darunter zuletzt »Das Jahr in Büchern. Literaturtipps für jeden Tag« und der Roman »Die Farben von Paris«.

Anmeldung zur Denkwoche

preise

2.180€ im Einzelzimmer

1.930€ p.P. im Doppelzimmer

Beinhaltet: 6 Übernachtungen, ein opulentes Frühstück, ein 2 gängiges Mittagsmenu und ein 3 gängiges Abendmenu, Pausengetränke und Obst zu jeder Zeit. Getränke zu den Mahlzeiten sind nicht enthalten.

Für Ihr Wohlbefinden fühlt sich die gesamte Équipe d’Orion zuständig. Gerne stellen wir Ihnen auch eine Weiterbildungs-Bescheinigung für Ihren Arbeitgeber oder Ihre Steuererklärung aus. Sprechen Sie uns bitte dazu an.